Textqualität

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Überlieferung

Druck 1
Hermann Bahr, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann: Festgrüße an Thomas Mann. In: Neue Freie Presse, Nr. 21.814, 7. 6. 1925, S. 29.
Druck 2
Hertha Krotkoff: Arthur Schnitzler – Thomas Mann: Briefe. In: Modern Austrian Literature, Jg. 7 (1974) Nr. 1/2, S. 4.
Druck 3
Hans-Ulrich Lindken: Arthur Schnitzler. Aspekte und Akzente. Materialien zu Leben und Werk. Frankfurt am Main, Bern, New York: Peter Lang 1984, S. 193–194.
Druck 4
Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at. Hgg. Martin Anton Müller und Gerd-Hermann Susen. (2021), S. L02442.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Festgrüße an Thomas Mann, 7. 6. 1925. In: Arthur Schnitzler: »Das Zeitlose ist von kürzester Dauer«. Interviews, Meinungen, Proteste. Hg. Martin Anton Müller. Digitale Edition, 2024, https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/M073.html (Abfrage 13. 7. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Textnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »M073«.

Wikipedia-Vorlage
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Chronik

Sonntag, 7. 6. 1925

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Briefe mit Autorinnen und Autoren
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Kino

Schnitzler geht ins Kino, 7. Juni 1925

Quelle: »A. ist manchmal wie ein kleines Kind«. Clara Katharina Pollaczek und Arthur Schnitzler gehen ins Kino. Herausgegeben von Stephan Kurz und Michael Rohrwasser unter Mitarbeit von Daniel Schopper. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2012.

Weiteres

Festgrüße an Thomas Mann, 7. 6. 1925

Festgrüße an Thomas Mann.
[…]
Arthur Schnitzler.
Lieber und verehrter Thomas Mann!
Erlauben Sie mir, daß ich statt eines Glückwunsches ein paar anspruchslose Bemerkungen hieher setze, die ich anläßlich der Lektüre Ihres wundervollen »Zauberberg« in mein Notizbuch geschrieben habe und die ich daher in aller Bescheidenheit als Ihnen gewidmet bezeichnen darf. Im übrigen wissen Sie seit lange, wie sehr ich Sie liebe und bewundere.
Ihr
Arthur Schnitzler.

 

Dem Humoristen – und nur ihm unter allen Schriftstellern – ist Weitschweifigkeit erlaubt; ja, sie ist unter Umständen ein Kunstmittel mehr, dessen er nicht entraten darf und kann.
Behagen ist die eigentliche Grundbedingung des Humors sowohl in subjektivem als in objektivem Sinn. Und der Begriff des Behagens verträgt sich nicht mit Beschränkungen irgendwelcher Art. In gewissem Sinne kann der Humorist niemals ein Ende machen – kaum einen Anfang. Nur technische Notwendigkeiten nötigen ihn dazu.
Der Humorist lustwandelt innerhalb der Unendlichkeit.
In der Tragik gerät der menschliche Geist, so tief er auch hinabsteigen mag, irgendeinmal auf Grund – im Humor niemals.
Die tragische Weltanschauung, von den Höhen des Humors aus betrachtet, wirkt in jedem Falle irgendwie beschränkt, wenn nicht lächerlich oder gar unsinnig.
Dem Humor, dem göttlichen Kind, ist nichts verwehrt; auch nicht mit dem Schmerz, dem Elend, dem Tod zu spielen. Wenn die Ironie, der Witz, die Satire das Gleiche versuchen, empfinden wir das als geschmacklos, roh, wenn nicht gar als Blasphemie.
Ironie, Witz, Satire können nur als gelegentliche Ausdrucksformen des Humors künstlerisch bestehen. Auf sich selbst gestellt mögen sie allerlei Wirkung tun – Wirkungen politischer, moralischer, schriftstellerischer Art, aber mit Kunst in höherem Sinne haben diese Wirkungen nichts zu schaffen.
Humor ist immer dämonischer Natur; das Reich von Witz, Ironie, Satire, dieser gefallenen Engel des Geistes, ist innerhalb des Satanischen geschlossen.
Nicht jeder Künstler von Genie – so schrieb ich vor kurzem Hugo Thimig ins Stammbuch – hat Humor, aber jeder Künstler von Humor (nicht jeder Spaßmacher) hat Genie. Humor ist der weitere und höhere Begriff. Er ist das eigentliche Genie des Herzens, da Güte wohl ohne Humor, aber Humor niemals ohne Güte bestehen kann.