Der Verdacht, den ich in der heutigen Morgennummer aussprach, nämlich: »daß man mit
dem Namen eines feinfühligen Poeten argen Mißbrauch getrieben« habe, erweist sich
als
begründet. Auf eine heute früh drahtlich an Herrn Dr.
Schnitzler in
Wien gerichtete Anfrage, ob er
vorgestern sein Telegramm an mich abgesandt habe, das mich auf die »Urpremiere« von
»
Die Kinder der Armen« hinwies, lief heute
Mittag seine Antwort ein:
Schnitzler hat jenes Telegramm nicht abgesandt, er weiß nichts davon
und bittet mich um gelegentliche Aufklärung.
Es handelt sich also hier um einen groben litterarischen Schwindel, der zur
Vermeidung ähnlichen Unfugs unbedingt auf seinen Urheber verfolgt werden muß. Ob der
Verfasser des unsinnigen Volksstücks selber oder ein guter »Freund« in
Wien das Telegramm aufgegeben hat, wird ja wohl
herauszubekommen sein, vorläufig sei hier nur sein trauriger Autorname noch einmal
festgenagelt, er lautet:
Ernest von Jurco; das Schundstück aber, das er in vier Akten verbrochen hat: »
Die Kinder der Armen«. Vielleicht wird der Erfolg dieses starken
Stückes überraschender und durchschlagender für ihn sein, als die liebe Seele es sich
wünscht.