Textqualität

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Überlieferung

Textzeuge 1
Signatur GB, Cambridge, University Library, Schnitzler, A 17,1
Beschreibung
Druck 1
Tolstoi. In: Arthur Schnitzler: Aphorismen und Betrachtungen. Hg. Robert O. Weiss. Frankfurt am Main: S. Fischer 1967, S. 325–326.

Erwähnte Entitäten

Orte
  • Europa
  • Russland (Russische Föderation, Russian Federation, Russian Soviet Federated Socialist Republic, Russian Soviet Federative Socialist Republic, Russian Socialist Federative Soviet Republic)
  • Sankt Petersburg (St.-Petersburg, Peterburg, Saint Petersburg, Petrograd)

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Tolstoi, [Oktober 1908?, unveröffentlicht]. In: Arthur Schnitzler: »Das Zeitlose ist von kürzester Dauer«. Interviews, Meinungen, Proteste. Hg. Martin Anton Müller. Digitale Edition, 2024, https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/M148.html (Abfrage 13. 7. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Textnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »M148«.

Wikipedia-Vorlage
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Chronik

Donnerstag, 1. 10. 1908

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Schnitzler – S. Fischer
Gedruckte Briefwechsel

Zinaida Vengerova an Arthur Schnitzler, 1. 10. [1908]

  • Vengerova, Zinaida

Quelle: Die Korrespondenz von Arthur Schnitzler mit Isabella Vengerova und Zinaida Vengerova. Herausgegeben von Konstantin Asadowski und Martin Anton Müller. In: Hofmannsthal-Jahrbuch zur europäischen Moderne, Bd. 30 (2022), S. 7–91.

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Weiteres

Tolstoi, [Oktober 1908?, unveröffentlicht]

(Antwort auf eine Rundfrage, nicht eingesandt)
Ich bewundere Tolstois Werke und liebe manche von ihnen; besonders »Krieg und Frieden«, »die Kosaken« und die »Soldatengeschichten«.
Über die kunsttheoretischen und religions-philosophischen Schriften Tolstois kann ich mich kaum äussern, da ich nicht alle und manche nur im Auszug gelesen habe. Doch muss ich gestehen, dass die ↓Ansichten↓ eines Dichters, seine Ideen als solche, mich immer nur in geringem Masse interessier↓t haben↓. Ich lebe nämlich in dem sonderbaren Wahn, als wären alle überhaupt möglichen Ideen ↓und damit aber die↓ Fähigkeit, sie auch selbst auszusprechen oder durch ↓die↓ von mir erfundenen ↓Gestalten↓ aussprechen zu lassen, in meiner Seele vorgebildet, so dass auch die neuesten und bizarrsten für mich keine Überraschung ↓zu↓ bedeuten ↓vermögen.↓ |↓S↓cheint ↓übrigens↓ nicht der Fall Tolstoi  die relative Gleichgültigkeit aller ↓Ideen, aller↓ theoretischen Erwägungen zu beweisen? Haben ihn seine blasphemischen Ansichten über die Kunst gehindert Kunstwerke hohen Ranges zu schaffen? ↓G↓ibt es einen ↓einzigen↓ Menschen, den Tolstoi von Shakespeare oder von Tolstoi ↓selbst↓ abwendig gemacht hätte? Was mir einen Dichter wert macht sind immer die Gestalten, die er in sich trägt↓,↓ und der Rhythmus, in dem er sie erscheinen und walten lässt. Von Allen, die in diesen Tagen leben, gibt es Keinen, dessen Gestalten lebendiger gewandelt und dessen Rhythmus gewaltiger getönt ↓hätte↓ als der Dichter Tolstoi.