Textqualität

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Überlieferung

Druck 1
Max Epstein: Ein Brief Schnitzlers über den »Reigen«. In: B. Z. am Mittag, Jg. 44, Nr. 43, Erstes Beiblatt, 21. 2. 1921, S. [5].

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Ein Brief Schnitzlers über den »Reigen«, 21. 2. 1921. In: Arthur Schnitzler: »Das Zeitlose ist von kürzester Dauer«. Interviews, Meinungen, Proteste. Hg. Martin Anton Müller. Digitale Edition, 2024, https://schnitzler-interviews.acdh.oeaw.ac.at/M110.html (Abfrage 13. 7. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Textnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »M110«.

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Chronik

Montag, 21. 2. 1921

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Schnitzler – S. Fischer
Schnitzler – S. Fischer
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Tilla Durieux, 21. 2. 1921

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Hrsg. v. Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik und Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984. (PDF unter: https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/)

Mikroverfilmung des Nachlasses

Mappe A34

Datumsangabe auf Blatt von Landsknecht: »Neue Skizze«

Kalliope Verbundkatalog

Schnitzler, Arthur an Durieux, Tilla [Briefe]

2 Bl.Durchschl. Mit 1 weit. Ex. 3 Bl.Durchschl.

Weiteres

Ein Brief Schnitzlers über den »Reigen«, 21. 2. 1921

Ein Brief Schnitzlers über den »Reigen«.
Mitgeteilt von
Max Epstein.
Vor Jahren, als zuerst die Idee aufgetaucht war, die Szenenreihe des Schnitzlerschen »Reigen« aufzuführen, wollte der Dichter von einer solchen Veranstaltung nichts wissen. Wie Arthur Schnitzler jetzt darüber denkt, hat er durch seine Genehmigung der Aufführung bewiesen. Als es noch keinen Weltkrieg und keine Revolution gab, hat er seine Meinung recht bestimmt zum Ausdruck gebracht.
Der verstorbene Giampietro wollte Schnitzlers »Reigen« mit einer Dame zusammen vorlesen. Er hat es später in beschränktem Umfange tatsächlich getan. Zuerst aber hatte er den Wunsch nach einer mehr öffentlichen richtigen Aufführung. Er wandte sich an einen dem Dichter wohlbekannten Herrn, der Schnitzler Giampietros Bitte unterbreitete. Die wörtliche Antwort Arthur Schnitzlers lautete:
13. 9. 1912.
Sehr geehrter Herr . . . . . . 
Entschuldigen Sie, wenn ich Ihnen erst heute auf Ihr freundliches Schreiben vom 28. August antworte. Die bisherigen Bühnenschicksale des »Reigen« waren folgende: Vor etwa 6–7 Jahren hat der akademisch-dramatische Verein in München drei Szenen daraus, trotz meines Abratens (zu einem Verbot lag kein Grund vor) aufgeführt und wurde daraufhin aufgelöst. Von einem anderen Erfolg der Veranstaltung ist mir nichts bekannt geworden. Einige Zeit später haben die Elf Scharfrichter (München) ohne mein Wissen – ich erfuhr durch Zufall davon – eine Szene aus dem »Reigen« aufgeführt, ich weiß nicht welche; es soll ganz miserabel gewesen sein. Seither sind manche Anträge an mich gelangt. Ich habe mich jedesmal ablehnend verhalten, da ja eine Aufführung dieser zehn Szenen in ihrer wahren Gestalt ein absolutes Ding der Unmöglichkeit wäre, und jede Milderung den Sinn des Ganzen zunichte machen müßte. In der nächsten Zeit soll, wie ich höre, der »Reigen« in Ungarn zur Aufführung kommen. Da dort das Stück ungeschützt ist, so werde ich wohl, um mich nicht aller Rechte a priori zu begeben, durch meinen Vertreter mit den betreffenden Leuten in Verhandlung treten müssen. Meinen prinzipiellen Standpunkt in der Angelegenheit berührt das keineswegs.
Mit verbindlichen Grüßen
Ihr sehr ergebener
Arthur Schnitzler